Der Digitale Wandel ist schon da

Neulich bin ich mit meinen Kindern essen gegangen. Wir haben darüber gesprochen, dass dieser Raum, in dem wir assen, zuerst ein Kino war und danach ein CD-Laden. Beim Stichwort CD-Laden kam die, für mich, überraschende Frage. «Papa, was ist ein CD-Laden?».  Mir ist nicht bewusst, dass ich mit meinemSohn noch nie in einem Laden war, der ausschliesslich CDs verkauft, dies obwohl ich in mehreren solcher Läden gearbeitet habe. Unbewusst hat sich also das Digitale ins Leben eingeschlichen, mein Sohn weiss zwar was eine CD oder Kassette ist, aber wenn er Musik hört, dann auf seinem Ipod.

Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, wie sich das digitale Zeitalter auf Ihre Branche auswirken wird? Nicht nur, ob Ihre Dienstleistung durch die neuen Möglichkeiten beeinträchtigt wird, dies ist lediglich ein Aspekt – vielmehr, wie die Leute in Zukunft auf Ihre Dienstleistung aufmerksam werden? Meine Kinder leben bereits jetzt in einer digitalen Welt (zum Glück haben wir neben unserem Haus einen Kuhstall, der komplett analog funktioniert). Sie hatten noch nie ein Telefonbuch in den Händen. Musik hört meine Tochter bereits über Spotify. Wenn ich mir etwas kaufe, recherchiere ich zuerst im Internet und frage über Twitter und Facebook nach Tipps. Kundendienst erwarte ich rasch und eigentlich über das Internet. Informationen über eine Firma und Dienstleistungen sollten jederzeit verfügbar sein. Die dadurch geschaffene Transparenz schafft Vertrauen.

Das nächste grosse Ding steht bereits in den Startlöchern: Das Internet der Dinge. Angefangen beim Armband, das meinen Puls und meine Schritte zählt, die Glühbirne, die ich über das IPhone steuern kann bis zum Sensor in der Topfpflanze, der mir mitteilt, wann die Pflanze Wasser braucht. Diese kleine Auswahl und noch einiges mehr ist heute schon Realität.

Richtig spannend wird es, wenn wir weiter in die Zukunft blicken. So kann ich in Zukunft vielleicht meine Storen von meinem Iphone aus bedienen, der Sensor in der Wasserleitung schickt mir eine SMS wenn etwas nicht stimmt, auch die Heizung gibt mir Bescheid, wenn etwas nicht mehr richtig läuft, so dass ich nicht erst um 19 Uhr mitbekomme, dass es nicht mehr heizt, weil dann nämlich kein Monteur mehr erreichbar ist. Dieser erste Teil ist bereits im Rahmen der Liegenschaftendigitalisierung möglich und wird umgesetzt. Und natürlich der Kühlschrank, der mir mitteilt was ich auf dem Nachhauseweg noch einkaufen muss oder er bestellt es gleich selber beim Online-Shop. Was ist alles möglich, wenn wir das Auto programmieren können und es gewisse Dinge selber erledigt!

Ich will Sie auf keinen Fall erschrecken.
Natürlich können Sie die digitale Revolution, die viele im selben Atemzug mit der Industrialisierung nennen, einfach ignorieren und selbstverständlich wird sich Ihre Branche nicht von einem Tag zum anderen komplett ändern. Aber ist es nicht der bessere Weg, die Augen und Ohren offen zu halten und zumindest zu beobachten, was in der wundersamen digitalen Welt passiert? Sie können im Kleinen auch bereits anfangen, starten Sie bei Ihrem Internetauftritt und fragen Sie sich, was die nächste Generation Kunden erwartet.

Meine Kinder, also eine der nächsten Generationen, sind sowieso mitten drin und für sie ist das Digitale das Natürliche. Wie Douglas Adams sagt:
«Alles, was es schon gibt, wenn du auf die Welt kommst, ist normal und üblich und gehört zum selbstverständlichen Funktionieren der Welt.»

Update 02.09.2013: Artikel aus der Online Ausgabe von “Der Bund” - Wie Schmidt die digitale Revolution einschätzt 

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