«Ich habe Computer, ich mache auch Web.»

Ich habe in einem guten Offertportal ein Artikel gelesen, welcher sich über die Anforderungen eines Internetauftrittes, das Finden einer Webagentur und das Erstellen einer Website äussert. In der Tat: für kleine und mittelständige Unternehmen ein schwieriges Unterfangen.

Wie oft  stelle ich fest, dass Unternehmer und leitende Angestellte mit der neuen Informationstechnologie überfordert sind. Mit neu meine ich aber, dass das Internet, so wie wir es heute täglich verwenden, mindestens 10 Jahre alt ist! Wie soll denn die oder der Marketingverantwortliche die Spreu vom Weizen an Web-Agenturen trennen können? Gar nicht. Zu unterschiedlich sind die eingereichten Offerten. Einziges vergleichbares Kriterium ist schlussendlich die Endsumme des Projektes. Das ist schade, denn mit einigen vergleichbaren Parametern – welche sich aus einem selbsterstellten Anforderungskatalog (auch Briefing genannt) definieren – lässt sich der richtige Partner finden, aber: es braucht kundenseitig etwas Zeit und Engagement. In meiner Crossmedia-Praxis erlebe ich es täglich, dass sich Firmenchefs für die Unternehmenskommunikation von bisweilen wenig bis gar keine Zeit nehmen. Schnelles Querlesen eines Angebotes und den «Ich-habe-Computer-ich-mache-Web»-Partner wählen, führt nicht zum Ziel. Zudem: Webdesigner kann sich jeder nennen. Das ist keine geschützte Berufsbezeichnung.

Was will ich denn überhaupt?
Nur wenn man weiss, was man will, stellt man auch die richtigen Fragen. Daher empfehle ich, aufzuschreiben, welche Ziele man mit dem Internetauftritt verfolgt. Soll es ein einfacher Firmenauftritt sein – also eine bessere digitale Visitenkarten? Will ich mit den Besuchern interagieren (Web 2.0, Mitmach-Web)? Habe ich für einen Web-Shop geeignete Produkte? Ein mehrseitiges Konzept ist selten notwendig. Gewünsche Inhalte zu Papier bringen – fertig. Das technische Drumherum ist Sache der Internetprofis.
Skizze eines Grobkonzeptes

Was muss die Webagentur können und bringen?
Ich brings gleich auf den Punkt: wenn die aus einer Internetrecherche gefundene Agentur ein gutes Bauchgefühl auslöst und dieses nach einem ersten persönlichen Gespräch bestätigt wird, kommts gut. Dennoch einige Tipps dazu:

  • Hat die Agentur Referenzen publiziert? Gefallen diese? Und: wurden sie auch von der Agentur designt?
  • Ein Erstgespräch und eine Offerte sollte kostenfrei sein.
  • Tipp: Eine gute Agentur erkennen Sie an den Fragen, die sie stellt. Je mehr Infos die Agentur hat, um so genauer fällt das Angebot aus.
  • Lassen Sie sich bei grösseren Projekten nicht mit einer Pauschalofferte abspeisen. Nur wenn Sie wissen, welche Leistungen welchen Preis haben, können Sie vergleichen
  • Wichtig: Wird das Design, die Programmierung und allfällige Pflege im Haus getätigt oder kommen Fremdfirmen zum Einsatz?
  • Pflege der Website: Wollen und/oder können Sie diese selber pflegen? Wenn ein CMS (Programm zum Verändern des Inhaltes ohne Insiderkenntnisse) zum Einsatz kommt (eigentlich Pflicht) wird eine Schulung angeboten.
  • Welche Leistungen können Ihnen optional nützen? Als da wären: Textarbeiten, Grafik, Photografie usw. Es ist einfacher, alles bei derselben Firma machen zu lassen, als 5 Partner koordinieren zu müssen.
  • Übrigens: die Agenturgrösse ist unerheblich!

Die gute Web-Agentur findet auf diese Fragen klare Antworten und kann so das Webprojekt zur vollsten Zufriedenheit ausführen. Für die Kundenbefragung arbeite ich seit vielen Jahren mit einer Checkliste welche sicherstellt, alle wichtigen Parameter zu erfahren. Derzeit überarbeiten wir diese. Ich werde darüber berichten, wenn das neue Tool fertiggestellt ist.

Viel Spass bei Agentur-Evaluation.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>